Von Corona sind auch Feuerwehr, Rettungsdienst und Zivilschutz betroffen. Sie sind aber gut aufgestellt und haben wie Bund und Länder wichtige Maßnahmen ergriffen. Das geschah bisher und so stellen sich die Feuerwehren auf die Situation ein.

Corona und die Folgen für Feuerwehr Rettungsdienst und Zivilschutz

23.03.2020
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Was ist Corona?

Corona hat Deutschland fest im Griff. Anders als im Falle vieler Influenzaviren besteht beim neuartigen Virus SARS-CoV-2 aber noch keine bevölkerungsweite Grundimmunität. In rund 80 Prozent der Fälle sind die Symptome von Covid-19 jedoch mild oder Betroffene sind völlig symptomfrei. Bei 20 Prozent dagegen kann es zu einem schweren Verlauf inklusive trockenem Husten, Fieber und Kurzatmigkeit kommen. Virologen nehmen an, dass sich die Sterblichkeitsrate zwischen 0,3 und 0,8 Prozent bewegt. Besonders betroffen sind ältere Menschen und solche mit bestimmten Vorerkrankungen beziehungsweise einem beeinträchtigten Immunsystem.

Kleine Corona-Chronik:

  • Dezember 2019: In der chinesischen Stadt Wuhan treten vermehrt schwere Lungenentzündungen auf.
  • 30. Dezember 2019: Der inzwischen selber verstorbene Arzt Li Wenliang macht Kollegen auf vermutete SARS-Infektionen aufmerksam.
  • 7. Januar 2020: Das aktuelle Virus wird als neues Coronavirus identifiziert.
  • 27. Januar 2020: Der erste Fall von Covid-19 tritt in Deutschland auf.
  • 25. Februar 2020: Nordrhein-Westfalen bestätigt die erste Infektion mit SARS-CoV-2 im Kreis Heinsberg.
  • 09. März 2020: Erste Todesfälle aufgrund von Covid-19 in Deutschland.
  • 18. März 2020: In Deutschland offiziell 12.215 Corona-Infektionen mit bislang 28 Todesfällen. In NRW sind es 4200, davon zehn mit tödlichem Verlauf.

Wir haben über die aktuelle Situation mit Walter Müller (Feuerwehrmann) gesprochen:

S-GARD:  Herr Müller, Sie sind als Feuerwehrmann in NRW sensibel, wenn es um Fragen der Sicherheit für die Bevölkerung geht. Andererseits sind Sie auch selber bei Ihrer Tätigkeit von der aktuellen Situation betroffen. Wie ist die allgemeine Lage zur Zeit?

Müller:  Auf Erlass der NRW-Regierung gilt seit Sonntag, den 15.03.2020 ein weitgehender Stopp des öffentlichen Lebens in vielen Bereichen. Schulen, Kitas und vergleichbare Einrichtungen sind in Nordrhein-Westfalen geschlossen. Für die Schulen gilt das erstmal bis zum 19. April. Geschlossen sind auch Vergnügungsstätten, wie Diskotheken, Bars und Spielhallen sowie Museen, Theater und Kinos. Seit dem 17.03.2020 haben auch Fitnesseinrichtungen, Saunen und Bäder ihren Betrieb vorerst eingestellt. Untersagt sind ferner gemeinschaftliche Vereinsaktivitäten und die Aufrechterhaltung von Bildungsangeboten durch öffentliche und private Anbieter.

S-GARD:  Gibt es auch bundesweit gültige Maßnahmen?

Müller:  Ja. Zu den NRW-Entscheidungen kommen nach gemeinsamem Beschluss der Bundesregierung und der Länderchefs vom 16.03.2020 weitere Maßnahmen: Alle Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung der Bevölkerung erforderlich sind, bleiben geschlossen. Die Abhaltung von Gottesdiensten ist ebenso verboten wie das Übernachten zu Urlaubszwecken. Neben Fitness- und Sportstätten bleiben auch Spielplätze außer Betrieb. Restaurants dürfen nur eingeschränkt  geöffnet haben.

S-GARD:  Was ändert sich bei der Feuerwehr?

Müller:  An erster Stelle steht natürlich, dass unsere Einsatzfähigkeit für den zivilen Schutz und für Bereitschaftsdienste in vollem Umfang sichergestellt ist. Das gilt übrigens für jeden Rettungsdienst in unserem Land. Die Feuerwehr in NRW kann sich auf hervorragend ausgebildete Feuerwehrleute verlassen und ist dank regelmäßiger Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bestens aufgestellt. Dennoch erfordert die Situation auch von den Feuerwehren einige Vorsichtsmaßnahmen.

S-GARD:  Was heißt das konkret?

Müller:  Bis auf Weiteres dürfen Sie uns nicht mehr auf der Wache besuchen. Externe Personen haben hier keinen Zutritt mehr. Wer kommt oder geht, wird in Anwesenheitslisten festgehalten. Des Weiteren essen wir im Speiseraum nur noch in kleinen Gruppen. Dadurch ist sichergestellt, dass selbst im Falle einer gegenseitigen Ansteckung nicht das ganze Team ausfällt. Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, gibt es außerdem eine Sperre für Dienstreisen in Corona-Krisengebiete.

S-GARD:  Wie sieht es mit Übungen und Lehrgängen aus?

Müller:  Gegenwärtig beschränken wir uns auf Einsätze. Sämtliche Übungen aber auch alle anderen Veranstaltungen sind ausgesetzt. Abgesagt sind ebenfalls alle Seminare einschließlich Atemschutz-Seminare und Lehrgänge wie die von S-GARD Schutzkleidung und Weber Rescue. Schade aber unvermeidlich ist ferner, dass überdies die wichtigen Messen im Bereich Rettungsdienst und Feuerwehr abgesagt oder langfristig verschoben sind. Die internationale Leitmesse für Rettung und Mobilität RETTmobil in Fulda findet gar nicht statt. Die für Juni in Hannover geplante Weltleitmesse Interschutz, ist nach einer Entscheidung vom 16.03.2020 auf den 14. bis 19. Juni 2021 verschoben.

S-GARD:  Sind bereits Kameradinnen oder Kameraden an Covid-19 erkrankt?

Müller:  Aktuell gibt es bei der Feuerwehr in Düsseldorf und in Köln 30 bestätigte Corona-Infektionen, für die Quarantäne-Maßnahmen eingeleitet wurden. An dieser Stelle: Gute Besserung für alle Betroffenen. An alle Menschen im Land möchte ich die Aufforderung richten, die Ruhe zu bewahren und alle sinnvollen Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Dazu gehört, Abstand zu halten, auf das Händeschütteln zu verzichten und die Hände oft und gründlich zu waschen sowie fern vom Gesicht zu halten.

S-GARD:  Vielen Dank für das Gespräch und die Tipps.

In der WDR Mediathek findet Ihr einen kürzlich veröffentlichten Film, der auf einfache Weise erklärt, was Corona macht, wie es sich auswirkt und was jeder von uns machen kann, um Corona nicht noch mit ins Jahr 2021 zu nehmen.

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