Kein Alltag für Feuerwehren in Deutschland: Feuer an Bord!

15.12.2019
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Wenn auf einem Schiff auf hoher See ein Feuer ausbricht, dann sind im ersten Moment die Besatzungen an Bord mit der Brandbekämpfung auf sich gestellt, bis – falls nötig – hierzulande etwa das Havariekommando unterstützend eingreift. Anders sieht es jedoch aus, wenn ein Schiff im Hafen liegt: Bricht hier ein Feuer an Bord aus, sind die landseitigen Feuerwehren zuständig.

Allerdings sind Schiffsbrände sehr speziell und kaum mit üblichen Bränden an Land vergleichbar: Enge, fensterlose Räume, verwinkelte, labyrinthartige Gänge sowie dicke Metallwände, die jeglichen Funkverkehr blockieren, erhöhen die Anforderungen an die landgeschulten Rettungskräfte enorm, da sie nicht speziell für Schiffsbrände ausgebildet sind. Technische Entwicklungen können in diesen speziellen Notfällen Leben retten.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte Projekt EFAS (Einsatzunterstützungssystem für Feuerwehren zur Gefahrenbekämpfung an Bord von Seeschiffen) untersucht aktuell, wie Angriffstrupps im Inneren eines Schiffes geortet und ihre Vitaldaten erfasst werden können. Zudem sollen digitale Lagepläne schneller bereitstehen sowie die Kommunikation zwischen den Kräften und der Einsatzleitung stabil und störungsfrei funktionieren. Auch direkte Umgebungsdaten wie Temperaturen oder Schadstoffbelastungen sollen in Echtzeit an die Einsatzleitung übermittelt werden, damit Einsätze unter diesen Extrembedingungen besser koordinierbar – und sicherer werden. Ziel dieses technischen Upgrades ist es, dass Rettungskräfte in Zukunft auch auf unbekanntem Terrain sicher und effizienter agieren können.

EFAS Projekt bringt erhöhte Sicherheit für Feuerwehrkräfte
 

Im September fand nun die Evaluation im Forschungsprojekt EFAS statt. „Wir führen bereits seit vielen Jahren Projekte im Bereich der zivilen Schifffahrt durch. Und wir haben mitbekommen, dass die Feuerwehr Probleme hat, die eigenen Leute im Einsatz zu orten - oder Informationen zum Einsatzgeschehen zu erhalten. So haben wir entschieden, mit geeigneten Systemen zu unterstützen“ sagt Dr. Daniel Feiser, Verbundkoordinator Fraunhofer FKIE.

Die Schutzbekleidung der Zukunft wird gemeinsam mit dem Spezialisten und Bekleidungskonfektionär S-GARD Schutzkleidung entwickelt. „Wir möchten unsere Entwicklung vorantreiben und mit intelligenter Schutzkleidung die höchstmögliche Sicherheit gewährleisten“, so Michael Merboth von S-GARD. Dafür erfassen Sensoren in der getesteten Schutzkleidung Daten zu Temperaturen und Gefahrstoffen – zudem verfolgen Beschleunigungs- und gyroskopische Sensoren am Stiefel die Bewegungen der Einsatzkräfte und somit deren aktuellen Standort.

Die erhaltenen Daten werden mittels LTE-Funkkommunikation in den Einsatzleitwagen übertragen und in einem Lagedarstellungssystem visualisiert. Vom Einsatzleitwagen aus wird das Lagebild an die Führungskräfte der Feuerwehr weitergegeben.

Auch Karsten Müller, Projektpartner ISV, zeigte sich nach der Evaluierung sehr zuversichtlich: „Die heutigen Ergebnisse haben gezeigt, welche Möglichkeiten die moderne Technik bietet, aber auch welche Limits durch Schiffe und Gegebenheiten an Board, gesetzt werden. Die Technik entwickelt sich weiter, und das Institut für Sicherheitstechnik – Schiffssicherheit hat mit solchen Projekten die Möglichkeit, die Technik weiterzuentwickeln.“

Damit das EFAS-System alle Anforderungen der zukünftigen Nutzer erfüllt, wurde das Projekt von der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven begleitet. Die Evaluation wurde mit Einsatzkräften der Feuerwehr Rostock durchgeführt. An EFAS arbeiteten unter anderem Nautiker, Informatiker, Ingenieure und Arbeitswissenschaftler Hand in Hand. Diese interdisziplinären Forschungsprojekte sind notwendig, damit derart komplexe zukunftsweisende Unterstützungssysteme entwickelt und erprobt werden können.

 

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